Mehr als Erinnern – für Jüdisches Leben heute

Signalwirkung über Hamburg hinaus hat, was in der Lokalpresse zu lesen war: Der orthodoxe Landesrabbiner Shlomo Bistritzky hat den Wiederaufbau der ehemaligen Synode am Bornplatz angeregt. Erfreulich ist die breite Zustimmung, die seine Idee gefunden hat.

Auch in unserer Gemeinde findet sich Unterstützung. Es ist eine wunderbare Idee, die Synagoge am Grindelhof neu zu errichten! Das Mahnmal an dieser Stelle ist leicht zu übersehen. Wo früher die Bornplatz-Synagoge stand, können heute am Boden die Umrisse des ehemaligen Gotteshauses entdeckt werden. Wie Schatten ausvergangener Zeit sind die Linien des Deckengewölbes im Straßenpflaster eingelassen.

Im Gespräch mit unseren jüdischen Mitbürgern kann einem bewusstwerden, dass es aktuell mehr braucht als solche Orte der Erinnerung: Keine Frage, wir müssen gegen Antisemitismus die Stimme erheben. Aber statt nur gegen etwas Negatives zu sein, ist es weit konstruktiver, jüdisches Leben heute kennenzulernen.

Wir brauchen mehr sichtbare Zeichen der Verbundenheit mit unseren älteren Geschwistern im Glauben. Dieser Tage meldet sich ein „patriotischer Sozialismus“ erschreckend massiv zurück. Als Christen schweigen wir nicht dazu. Rechte wie linke Ideologien haben schon allzu viel Leid gebracht. Da machen wir nicht mit.